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Perspektiven NOVEMBER 2004

(Ingrid Vollmer/ivo-press) Auf dem Taufbecken steht ein grüner Gartenzwerg. Ein Mann spielt auf einem Akkordeon einen Flamenco. Durch den Mittelgang rennt eine junge Frau mit einem Teddybären in der Hand. Im Kirchenraum ist schwer etwas los. Die "Karlsruher Spielgemeinde" sorgt für ungewöhnliche Atmosphäre.

Möglichkeit, die Kirche für neue Personenkreise zu öffnen. Auf keinen Fall will die Spielgemeinde die religiösen Gefühle der Menschen verletzten. "Darauf achten wir sehr", sagt Heide Harmsen. Schließlich steht man auch im engen Dialog mit dem heimischen Pfarrer und der Gemeinde, die die Theaterspieler finanziell unterstützt.

In der Emmauskirche wird "Wenn die Milch überkocht", ein Stück, das Fragen nach dem Sinn des Lebens stellt, zum Saisonauftakt am 20. November 2004 zu sehen sein.

Info: www.ka-spielgemeinde.de

"Wenn die Milch überkocht" jeweils um 20.00 Uhr: ............. 27.11 LMZ Karlsruhe ................... 22.1. Ev. Kirche Weingarten ..... 29.1. Markuskirche Karlsruhe .... 26.2. Ev. Kirche Blankenloch ..... 19.3. Schlos Bruchsal .............. 20.4. Städt. Klinikum,19 Uhr ...... 7.+8.5. Durlacher Orgelfabrik ......

Infotelefon 0721 / 68 52 89

Die 1999 von Heide Harmsen gegründete Theatergruppe hat sich Kirchen als Spielstätten ausgesucht. Am 20. November startet die Spielgemeinde in Ihre neue Saison. "Kirchen stehen so oft leer", sagt Heide Harmsen. "Es ist doch schade wenn diese tollen Räume nicht genutzt werden". So kam Ihr die Idee, aus Kirchenräumen Theatersäle zu machen. Allerdings steht nicht jede Gemeinde dem positiv gegenüber. "Wir sind kirchlich nicht gebunden und ziehen nicht nur Kirchenpublikum an", meint die Leiterin der Karlsruher Spielgemeinde, die mittlerweile 20 Aktive zwischen 16 und 66 Jahren zählt.

Einmal in der Woche trifft sich die Gruppe in der Waldstadt Gemeinde Nord, um ein dreivierteljahr lang eine Eigenproduktion zu erarbeiten und bühnenreif vorzubereiten. " Wir sind ein Amatheurtheater", sagt die ehemalige Kunstlehrerin Heide Harmsen, die ihren Hobbyschauspielern wirklich alles

abverlangt. Die Mitglieder der Spielgemeinde, die nach Feierabend abgehetzt ins Gemeindezentrum der Emmauskirche kommen, schätzen die Vorgehensweise ihrer Regisseurin Heide Harmsen. "Ich würde nie ein Kammerstück oder so was spielen wollen", sagt die 63-jährige Gila Borcherding, die gerade das gemeinsame Entwickeln eines Stückes so liebt. Der 53-jährige Wolfgang Nill wollte eigentlich als Orchestermusiker nur ein wenig auf dem Akkordeon begleiten. Jetzt ist er seit einem Jahr mit dabei, macht Musik und spricht Texte.

Manuela Beier spielt die "Mutter die Träume erfindet". Die 28-jährige, die Kirchenälteste in Waldstadt-Nord ist, findet es schön, den Kirchenraum auch anders zu eleben. "Für mich ist die Kirche durch das Spielen noch mehr ein Zuhause geworden", sagt die junge Frau. "Sicher gibt es Leute, denen Theater in der Kirche nicht gefällt", meint Carsten Kipper. Der 31-Jährige sieht in den Aufführungen aber auch eine